RG „Karl August Möbius“ Eilenburg/TorgauAktuelles
Nach den Trockenjahren 2018 und 2019, bei gleichzeitigem massenhaften Auftreten von Borkenkäfern, wurden auch im Naturschutzgebiet großflächig Fichten entnommen. - Foto: Peter Solluntsch
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Nach den Trockenjahren 2018 und 2019, bei gleichzeitigem massenhaften Auftreten von Borkenkäfern, wurden auch im Naturschutzgebiet großflächig Fichten entnommen. - Foto: Peter Solluntsch

Unter der Leitung von Geopark-Ranger Lothar Andrä lernten die Wanderfreudigen unserer Mitglieder und Gäste am 14.09.2019 das NSG "Kleiner Berg", seine Entstehung, Flora, Fauna und Naturraumausstattung kennen. Auch das hier nicht alles Idylle ist, wurde schnell klar. Durch die trockenen Sommer 2018 und 2019 leiden die Bäume unter massivem Trockenstress. Dies betrifft heimische und im NSG nicht heimische Baumarten. Die nicht standortsgerechten, zur Holzproduktion angepflanzten Fichten wurden, offensichtlich nach Borkenkäferbefall, entnommen. Zwei Kleinkahlschläge, durchgeführt von schwerer Forsttechnik, entstellen das Schutzgebiet. Sicher - "ordnungsgemäße Forstwirtschaft"  und somit mit der Schutzgebietsverordnung im Einklang. Doch zur Entstehungszeit der Schutzgebietsverordnung wurden in dieser Region gar keine Harvester eingesetzt. Gerade die absterbenden Bäume mit ihrem Insektenbefall bieten z.B. Spechten eine hervorragende Nahrungsquelle, die nun verlorengegangen ist. Von der Bodenverdichtung auf den Fahrspuren des Harvesters ganz zu schweigen. Gewiss, hier kann man trefflich diskutieren. Es geht um wirtschaftliche Erwägungen und Zwänge. Und dass von Borkenkäfernestern in Schutzgebieten eine Gefahr für angrenzende Privatwaldbesitzer ausgeht. Da die Fichte in Nordsachsen aber aus klimatischen Gründen offensichtlich flächendeckend keine Zukunft hat und somit aktuell auch aus den Wirtschaftswäldern verschwindet, hätte dieser Eingriff sicher sanfter erfolgen können.


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